Ausstellungsarchiv "Partizipia-Aktionen"


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21. bis 22. September Everyone you ever had a relation with - Hommage an The tent von Tracey Emin und Partizipia, der demokratische Kunstpreis II

Vernissage "Partizipia-Aktionen"

Den Ausgangspunkt der Aktion „Everyone you ever had a relation with – Hommage an The Tent von Tracey Emin“ bildet das autobiographische Kunstwerk „Everyone I ever slept with 1963-1995“ der erwähnten Künstlerin. Die Installation Emins bestand aus einem blauen Iglu-Zelt, in dem 102 Namen von Personen, mit denen Emin von ihrer Geburt bis 1995 in einem Bett geschlafen hatte, aufgelistet waren. Wie oft fälschlich durch den Titel angenommen wird, handelt es sich bei den genannten Personen also nicht ausschließlich um Sexualpartner der Künstlerin. Neben Familienmitgliedern, Freunden, Liebhabern erwähnt Emin unter anderem auch zwei nummerierte Föten. 2004 wurde das Kunstwerk durch einen Brand im Lager des Kunstsammlers Charles Saatchi zerstört und von Emin nicht wieder rekonstruiert. Unter dem Begriff Beziehungen sind deshalb auch bei diesem Projekt neben Liebesbeziehungen ebenso Freundschaften und familiäre oder berufliche Beziehungen subsumiert. Zum Thema Beziehungen aller Art können Interessierte ihre Erinnerungsstücke und Souvenirs an für sie bedeutende Personen in Form von Briefen, Geschenken, Objekten, Schmuck, SMS, Fotos und ähnlichem per Post oder auf digitalen Pfaden an das d-52. schicken. Während Emins Kunstwerk einen Zeitraum im Leben eines Individuums nachvollziehen lässt, entsteht bei der partizipatorischen Aktion „Everyone you ever had a relation with“ eine kollektive Sammlung unterschiedlicher Erinnerungsstücke, die stellvertretend für Lebensabschnitte und unterschiedliche Lebensbereiche einzelner Personen stehen. Das Ergebnis der Aktion bleibt durch seinen partizipatorischen Charakter offen. Was eingereicht wird, welche Schwerpunkte sich heraus kristallisieren oder auch welche Geschichten, Gefühle und Erinnerungen mit bestimmten Gegenständen verbunden werden, bleibt in den Händen der Teilnehmer und Ausstellungsbesucher. Erst bei der Vernissage können Fragen nach der Vergleichbarkeit der eingereichten Objekte und der verbundenen Erinnerungen gestellt werden. In der Schau wird erst deutlich, was die Einzelbeiträge verbindet oder voneinander unterschiedet. Das Projekt versteht sich als Kommentar auf das Kunstwerk „Everyone I ever slept with 1963-1995“ von Tracey Emin. Während bei Emin Namen zur Präsentation ihrer persönlichen Lebensabschnitte und –ereignisse genutzt werden, stellen nun konkrete Gegenstände den Bezug zum Leben der Teilnehmer dar. Gleichzeitig bleibt aber auch Raum für Assoziationen und Erinnerungen der Ausstellungsbesucher mit den ausgestellten Stücken. Ausstellungsansicht Nach dem ersten Erfolg von Partizipia – der demokratische Kunstpreis für alle, startet das Projekt in die 2. Runde. 2010 hatten über 100 Künstler an der Aktion teilgenommen. Die Grundidee bleibt die gleiche, die Teilnahmebedingungen haben sich geändert. Der Ausgangspunkt für das Projekt “Partizipia” stellt die Bedeutung von Kunstpreisen in der Biografie eines Künstlers dar. Durch die scheinbar neutrale und fachkompetente Vergabe von Kunstpreisen durch eine Jury wirken sie auf das Oeuvre eines Künstlers verkaufsfördernd, da diese eine vermeintlich gesicherte Werteinschätzung ermöglichen. Dieses System ist nicht unumstritten, selten sind die Entscheidungen so neutral, wie sie vorgeben zu sein oder es werden bestimmte, gerade marktorientierte Stile durch Kunstpreise gefördert. In Deutschland waren im Jahr 2009 ca. 90.000 Künstler bei der Künstlersozialkasse registriert. Jährlich werden hier zu Lande etwa 150 Kunstpreise ausgeschrieben. Die Mehrzahl der Künstler wird folglich nicht prämiert und somit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die meisten gemeldeten Künstler scheinbar Kunst von minderer Qualität herstellen. "Partizipia – der demokratische Kunstpreis für alle!" stellt eine Alternative dar: der Kunstpreis wird unjuriert allen Einsendern, die die einfachen Bedingungen erfüllen, verliehen. Ziel von „Partizipia“, der demokratische Kunstpreis für alle!“ ist es, das System Kunstpreis zu hinterfragen und ad absurdum zu führen. Somit sind die Teilnahmebedingungen auch nicht die üblichen: Eine Mappe mit aussagekräftigen Reproduktionen der eigenen Werke und ein möglichst repräsentativer Lebenslauf mit vielen schon erhaltenen Kunstpreisen, führt nicht zum Erhalten des Kunstpreises. Diesmal ist das Thema das Sofa als beliebter Ort über dem Bilder gerne angebracht werden. Zum Erhalt des Kunstpreises soll sich der Bewerber zusammen mit seinem Sofa und Kunstwerk, möglichst in origineller Kombination ablichten. Ausstellungsansicht



Öffnungszeiten bei laufender Ausstellung
Freitags 17:00 bis 19:00 Uhr
Sonn- und Feiertags 15:00 bis 17:00 Uhr



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